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Category: Chance oder Risiko

Saisonalität als Kaufchance?

Saisonalität als Kaufchance?

Sowohl der August als auch der September haben die Depotgewinne kurzfristig nochmal signifikant abschmelzen lassen.

Die Gründe für die Kursabschläge? So richtig gute Gründe lassen sich im Newsflow nicht finden. Einerseits kündigt die FED kurzfristig eine Zinspause an, andererseits sollen die Zinsen länger auf hohem Niveau verbleiben. Die vermeldeten Quartalszahlen waren alle nicht überragend, aber auch nicht katastrophal. Vielleicht auch nur Gewinnmitnahmen?

Ein Aspekt der möglicherweise eine Rolle spielt ist die Saisonalität. Unabhängig vom aktuellen Newsflow lassen sich über den Jahresverlauf im Dax bestimmte Monate mit hohen Gewinnen und andere Monate mit hohen Verlusten identifizieren. Das es sich hierbei nicht um statistische Fluktuationen handelt kann man sehen, wenn man den Mittelwert über 30 Jahre bildet, siehe z.B. https://www.seasonalcharts.de/classics_dax.html. In dem Chart erkennt man klare Systematiken. Wären es statistische Fluktuationen müssten sich im 30 Jahresmittel eine Gleichverteilung ergeben. Überraschenderweise passt der Verlauf meines Depots perfekt zum langjährigen Mittel. Auch dort sind der August und der September Verlustbehaftete Monate.

Nimmt man die Saisonalität ernst wäre Anfang Oktober der perfekte Zeitpunkt zum Wiedereinstieg. So richtig überzeugt bin ich noch nicht, werde die Saisonalität jedoch in meine Indikatorliste aufnehmen.

Unabhängig von der Saisonalität, gibt es aktuell einige Aktien günstig zu haben und ich überlege einiges Invests auszubauen bzw. umzuschichten.

Disclaimer: Dies ist weder Kauf- noch Anlageberatung. Jeder ist für seine finaziellen Entscheidungen selbst verantwortlich.

Wie verhalten bei einer Übernahme? Meine Gedanken zum Fall Covestro

Wie verhalten bei einer Übernahme? Meine Gedanken zum Fall Covestro

In mehreren Tranchen habe ich mir über die Zeit eine mittlere Position des Spezialchemie Herstellers Covestro aufgebaut. Ich habe die Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 38€ je Aktie erworben. Im Jahr 2022 (GJ21) habe ich Dividenden im Wert von ca. 9% meines Einstiegs zurückbekommen. Dieses Jahr blieb die Dividende (GJ22) aufgrund der Energiekrise resultierend aus dem Ukrainekonflikt aus. Trotz dieses Sondereffekts weiß ich den Wert als guten Dividendenzahler zu schätzen und zweifele nicht daran, dass die Dividende wieder ausgezahlt wird, sobald das Thema Energiesicherheit geklärt ist

Nun gibt es Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch die Abu Dhabi National Oil Company (adnoc). Der Kurs ist aufgrund der Informationslage bereits angesprungen und liegt aktuell bei 51,20€.

Soweit der Hintergrund. Nun zu einer spannenden Frage, welche sich wohl schon so manch einer im Rahmen einer Übernahme stellen musste: Verkaufen oder Halten? Jetzt Verkaufen oder später?

Im folgenden kurz Vor- und Nachteile des jeweiligen Verhalten.

Verkauf (Jetzt): Der direkte Verkauf zielt auf die Sicherung der Kursgewinne ab. Der direkte Verkauf geht davon aus, dass das freiwerdende Geld an anderer Stelle höhere Renditen erwirtschaften könnte. Er impliziert die Erwartung, dass der Kurs bereits nahe des Maximums ist bzw. die Übernahme wahrscheinlich scheitert.

Verkauf (Später): Der Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt zielt ebenfalls auf die Sicherung der Kursgewinne ab. Auch beim späteren Verkauf wird davon ausgegangen, dass das Geld an anderer Stelle höhere Renditen erwirtschaften könnte. Im Gegensatz zu direkten Verkauf ist die Erwartungshaltung jedoch, dass die Übernahme (zu einem höheren Kurs) zustande kommt. Der Verkauf sichert u.a. ggü Anpassungen der Dividende oder aber der Ausrichtung des Unternehmens durch den neuen Eigentümer ab.

Halten: Das Halten spekuliert auf den BullCase. Die Übernahme kommt zustande. Die aus der Verschmelzung entstehenden Synergien steigern die Profitabilität. Die Dividende bleibt erhalten es kommt zu einem weiteren Kursanstieg bzw. der Kurs wird nicht mehr schlechter.

Auch wenn ich mittlerweile wieder einige interessante Aktien auf meiner Watchliste habe, glaube ich, dass die Übernahme zustande kommt bzw. der Kurs von Covestro im Rahmen der Verhandlung in den nächsten Wochen noch Luft von 20-40% hat (Preisspanne 60€-70€). Diese Kurzfristperformance sehe ich bei anderen Aktien nicht. Gleichzeitig, glaube ich, dass der Konzern aktuell unter Fair Value bewertet wird: Ein Aufbau einer vergleichbaren Produktionsstätte würde deutlich teurer werden und auch länger dauern. Durch den Übernahmeversuch rückt der Kurs Richtung Fair Value, obwohl es derzeit für die (Spezial-) Chemieindustrie nicht so rosig aussieht.

Long Story short: Ich überlege eine Teilposition bei Preisen um 65€ zu verkaufen und in einen oder zwei Peers (z.B. Lanxess, BASF..) umzuschichten. Den anderen Teil werde ich halten und mit einem Trailing SL bei 55€ versehen.

Zusätzlicher Cashflow durch Dividendenzahler

Zusätzlicher Cashflow durch Dividendenzahler

Die bisher geposteten Beiträge suggerieren möglicherweise, dass ich hochspekulativ unterwegs bin. Die Realität ist jedoch viel langweiliger. Der überwiegende Teil meines Depots besteht aus Blue Chips oder ETFs. Ein nicht unerheblicher Teil davon sind Dividendenaktien, welche mir auch ohne aktive Verkäufe einen gewissen unterjährigen Cash-Flow generieren.

Das die eher spekulativen Trades (z.B. Paypal Call, Nvidia Put) hier im Blog dominieren hat primär damit zu tun, dass ich selten Zeit finde zu bloggen und wenn ich dann mal Zeit finde, schreibe ich eher über Themen, die mich zu dem Zeitpunkt umtreiben und welche auch bei mir noch ein Kribbeln verursachen. Sowohl bei Paypal als auch bei Nvidia stelle ich mich ja aktiv gegen die Marktmeinung aus der festen persönlichen Überzeugung heraus, dass die aktuelle Bewertung falsch ist. Und wochenlang gegen den Markt zu wetten ist schon ne kribbelige Sache.

Um das Bild ein wenig zu entzerren und ein bisschen mehr Ausgewogenheit ins Blog zu bekommen, wollte ich heute über zwei eher unspektakuläre Zukäufe aus dem letzten Monat berichten.

Kauf 1 (Total Energies): Total Energies ist ein bekanntes und weltweit operierendes Ölunternehmen aus Frankreich. Gründe für den Kauf: Wenn man auf den aktuellen Kurspreis von ca. 56-58€ schaut, dann ist der Einstiegspunkt nicht optimal. In den letzte Jahren gab es deutlich bessere Möglichkeiten. Ich habe dennoch gekauft, weil das KGV mit 6,5 weiterhin sehr niedrig bewertet ist. Buchwert liegt bei knapp 1,1 und das Unternehmen zahlt 1/4-Jährig eine Dividende von ca 5,2%. So widersprüchlich es klingen mag: Totalenergies strebt an einer der 5 größten Lieferanten von erneuerbaren Energien zu werden. Natürlich kostet eine derartige Transformation viel Geld. Was man aber nicht unterschätzen sollte ist die Tatsache, dass die kostspielige Exploration und Erschließung neuer Gas- und Ölfelder auslaufen kann, die bestehenden Felder aber immer noch soliden Cashflow liefern. Die Schulden mit 18mrd wirken im ersten Moment relativ hoch, dem Gegenüber steht aber ein Umsatz von 220mrd und ca. 20Mrd Gewinn (Quelle Marketscreener).

Kauf 2 (DWS Group):

Die DWS Group ist ein der Deutschen Bank zugehöriger Investmentverwalter. Die Kursentwicklung der letzten Jahre lässt sich mit einer seitwärts Bewegung mit geringer Volatilität beschreiben. KBV von 0,8 und ein KGV von 9. Marktwert von 6,3Mrd bei 2,6Mrd. Cash. Rendite bei aktuellem Kurs ca. 6,5% UND potentielle Sonderdividende in 2024 (https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/dws-group-bald-15-prozent-dividendenrendite-20337160.html)

Beide Invests sind keine Kursraketen. Die Käufe zielen mehr darauf ab mir gute Dividenrenditen und einen unterjährigen Cashflow zu sichern.

Nvidia das unstoppable Beast! Werde ich von der Bestie zerfleischt?

Nvidia das unstoppable Beast! Werde ich von der Bestie zerfleischt?

Kaum zu glauben aber wahr! Die Nvidia Rallye, welche primär durch den künstliche Intelligenz (KI) Hype getrieben und durch gute Earnings befeuert wird, geht unstoppbar weiter. Analysten überschlagen sich mit Kurszielen. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 300% zugelegt. Aktuelles 2024er KGV liegt bei 70 (Quelle marketscreener). Heute klettert das Beast mit dem Trend dann weitere 3% auf über 415€.

Ich für meinen Teil bin mittlerweile skeptisch: Der Anstieg in den letzten Wochen war zu steil. Außerdem ist das Geschäftsmodell kein klassischer Hyperscaler, welches einen derartig rasanten Anstieg rechtfertigen würde. Software, Finanzen, Versicherungen, quasi alles nicht-physische kann man mit wenig Aufwand schnell (hyper-) skalieren. Hardware – und dazu zählen die Nvidia Chips – benötigen Investitionen, Logistik, Kapazitäten, Vorlaufzeiten,… Selbst unter der Annahme das Nvidia aktuell die Nummer #1 für KI Chips ist und einen gewissen Burggraben hat, so scheint eine Gewinnvervielfachung durch den Run auf KI Chips innerhalb der nächsten Jahre eher unwahrscheinlich.

Folglich habe ich bereits 2/3 meiner Positionen geschlossen und bin sogar aktiv (mit viel Puffer) auf die Gegenseite gewechselt (Put OS, Strike @380, LZ bis Anfang 26). Netto bin ich mit den beiden gegenläufigen Positionen damit in etwa Marktneutral.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin Nvidia Fan und glaube an das Unternehmen. Die Technologie ist weltklasse, die Innovationskraft und der Cash auch. Was mir nicht passt ist die gehypte Bewertung. Sollte sich die Bewertung normalisieren werde ich wieder auf long-only umschalten.

Ich bin sehr gespannt, ob ich Recht behalte oder ob ich von der Bestie zerfleischt werde! Raaawr…

Immobilien für die goldene Zukunft?!

Immobilien für die goldene Zukunft?!

Immobilienaktien wie Vonovia, Aroundtown oder auch LEG Immobilien haben es derzeit nicht leicht. Die Kurse befinden sich seit fast 1,5 Jahren im Abwärtstrend, haben mittlerweile fasr 70% des Kurswert eingebüsst, befinden sich in einem 10 Jahrestief und fangen erst jetzt langsam an einen Boden zu bilden.

Wo ist das Problem? DAS eine Problem gibt es nicht. Die Probleme sind eher vielfältig. Eines der Kernprobleme: In Zeiten niedriger Zinsen haben viele Immobilienunternehmen Kredite aufgenommen und Akquisitionen getätigt. Wie bei jedem Kauf von Immobilien ist es so, dass die Rückzahlung gestreckt über viele Jahre erfolgt und Kredite nach einer gewissen Zeit fällig werden und durch Neue ersetzt werden müssen. Im Niedrigzinsumfeld ist das kein Problem. Im steigenden Umfeld hingegen … Uiuiui …

kleines, fiktives Rechenbeispiel: Bei Fa. A fallen im Niedrigzinsumfeld (1%) ca. 20% des Umsatzes an Zinslast an. Was passiert im Hochzinsumfeld bei 5%? Antwort: Die Zinserhöhung wirkt multiplikativ. Bei konstanten Mieten und gleicher Schuldenquote würde die Umschichtung aller Kredite von 1% auf 5% den gesamten Umsatz auffressen … keine schöne Sache.

Mögliche Lösungen: Reduktion der Schuldenquote, Einsparen von Dividenden oder Erhöhung der Mieten. Daraus ergeben sich Folge-Probleme 2,3,4,… 2) Mieten können nur begrenzt angehoben werden und skalieren nicht annähernd so schnell wie die Zinsen, 3) Verkauf von Immobilien in großem Stile ist auch nicht möglich, da auch die Käuferseite durch die hohen Zinsen ausgetrocknet ist und es dem Markt an Käufern fehlt, 3) gestrichene Dividenden führen zu Abverkäufen und machen Kapitalerhöhungen uninteressanter. Die Liste ließe sich noch fortsetzen Thema Wärmewende, Sanierung, etc… Alles in Allem nicht schön.

Jetzt zur Habenseite und den potentiellen Chancen in der Zukunft.
Habenseite: Die Nettoinventarwerte (NAV) sind höher als die Marktkapitalisierung, man bekommt quasi für jeden 1 Euro mehr als 1 Euro in Form von Anteilen an Immobilien zurück. Fälligkeiten für Zinsumschichtungen liegen erst in 3-5 Jahren, es gibt also Puffer für eine Abkühlung des Zins. Der Leitzins scheint langsam nahe des Maximums zu sein. Die Mieten sind solide. Im privaten Bereich besteht aufgrund des Wohnungsmangels keine Gefahr, dass es zu Leerstand kommt.

Die Chancen: Es ist sehr viel bereits eingepreist. Jede Andeutung einer Zinssenkung wäre als Entlastung zu sehen. Werden die Dividenden wieder in ursprünglicher Höhe eingesetzt könnte man mit Renditen im Bereich von 7-15% rechnen. Der Kurs muss nicht auf alte Hochs klettern um gute Gewinne abzuwerfen. Der Staat hat ein Interesse finanziell einzuspringen sollte ein Insolvenz aufgrund von Liquiditätsengpässen entstehen. Sollte genug Cash vorhanden sein bietet sich derzeit sogar die Möglichkeiten Anleihen vergünstigt zurückzukaufen.

Natürlich verbleiben Risiken. Ich sehe jedoch auf aktuellem Kursniveau mehr Chancen als Risiken. In meinen Augen ist die Zukunft eher golden als … ja was eigentlich? … düster?

Soweit meine Gedanken zu Immobilienaktien.