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Month: Juli 2023

‚To the moon’ oder ‚Lost in space‘? Paypal Q-Zahlen am kommenden Mittwoch

‚To the moon’ oder ‚Lost in space‘? Paypal Q-Zahlen am kommenden Mittwoch

Wie ich in einem meiner vorherigen Einträge (siehe hier) geschildert habe, bin ich per Call-Optionsschein gehebelt in PayPal investiert. Im letzten Beitrag hatte ich noch gehofft, dass bereits mit den Q1/23-Zahlen der Turnaround kommt. Diese Hoffnung wurde enttäuscht. Es ging sogar weiter bergab.

Ich habe die Scheine zwischenzeitlich weiter gerollt und besitze jetzt Anteile eines 100$/LZ Jan. 26 Call und Anteile eines 75$/LZ Dez. 25 Call. Beide sind seit Kauf mehr als >30% im Plus. Bis Break-Even zum ursprünglichen Einstand dauert es aber noch.

Ich bleibe aufgrund des soliden Geschäftsmodells für Kurse oberhalb von 100$ optimistisch und auch andere Marktbeobachter scheinen mittlerweile eine Unterbewertung festzustellen (seeking alpha, Börse Online, der Aktionär, wikifolio).

Die Zahlen werden zeigen, ob die Aktie den Mond erreicht oder im luftleeren Raum hängen bleibt. Sollten die Analystenschätzungen erneut verfehlt werden droht Ungemach. Aber keine Chance ohne Risiko.

Nvidia das unstoppable Beast! Werde ich von der Bestie zerfleischt?

Nvidia das unstoppable Beast! Werde ich von der Bestie zerfleischt?

Kaum zu glauben aber wahr! Die Nvidia Rallye, welche primär durch den künstliche Intelligenz (KI) Hype getrieben und durch gute Earnings befeuert wird, geht unstoppbar weiter. Analysten überschlagen sich mit Kurszielen. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 300% zugelegt. Aktuelles 2024er KGV liegt bei 70 (Quelle marketscreener). Heute klettert das Beast mit dem Trend dann weitere 3% auf über 415€.

Ich für meinen Teil bin mittlerweile skeptisch: Der Anstieg in den letzten Wochen war zu steil. Außerdem ist das Geschäftsmodell kein klassischer Hyperscaler, welches einen derartig rasanten Anstieg rechtfertigen würde. Software, Finanzen, Versicherungen, quasi alles nicht-physische kann man mit wenig Aufwand schnell (hyper-) skalieren. Hardware – und dazu zählen die Nvidia Chips – benötigen Investitionen, Logistik, Kapazitäten, Vorlaufzeiten,… Selbst unter der Annahme das Nvidia aktuell die Nummer #1 für KI Chips ist und einen gewissen Burggraben hat, so scheint eine Gewinnvervielfachung durch den Run auf KI Chips innerhalb der nächsten Jahre eher unwahrscheinlich.

Folglich habe ich bereits 2/3 meiner Positionen geschlossen und bin sogar aktiv (mit viel Puffer) auf die Gegenseite gewechselt (Put OS, Strike @380, LZ bis Anfang 26). Netto bin ich mit den beiden gegenläufigen Positionen damit in etwa Marktneutral.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin Nvidia Fan und glaube an das Unternehmen. Die Technologie ist weltklasse, die Innovationskraft und der Cash auch. Was mir nicht passt ist die gehypte Bewertung. Sollte sich die Bewertung normalisieren werde ich wieder auf long-only umschalten.

Ich bin sehr gespannt, ob ich Recht behalte oder ob ich von der Bestie zerfleischt werde! Raaawr…

Immobilien für die goldene Zukunft?!

Immobilien für die goldene Zukunft?!

Immobilienaktien wie Vonovia, Aroundtown oder auch LEG Immobilien haben es derzeit nicht leicht. Die Kurse befinden sich seit fast 1,5 Jahren im Abwärtstrend, haben mittlerweile fasr 70% des Kurswert eingebüsst, befinden sich in einem 10 Jahrestief und fangen erst jetzt langsam an einen Boden zu bilden.

Wo ist das Problem? DAS eine Problem gibt es nicht. Die Probleme sind eher vielfältig. Eines der Kernprobleme: In Zeiten niedriger Zinsen haben viele Immobilienunternehmen Kredite aufgenommen und Akquisitionen getätigt. Wie bei jedem Kauf von Immobilien ist es so, dass die Rückzahlung gestreckt über viele Jahre erfolgt und Kredite nach einer gewissen Zeit fällig werden und durch Neue ersetzt werden müssen. Im Niedrigzinsumfeld ist das kein Problem. Im steigenden Umfeld hingegen … Uiuiui …

kleines, fiktives Rechenbeispiel: Bei Fa. A fallen im Niedrigzinsumfeld (1%) ca. 20% des Umsatzes an Zinslast an. Was passiert im Hochzinsumfeld bei 5%? Antwort: Die Zinserhöhung wirkt multiplikativ. Bei konstanten Mieten und gleicher Schuldenquote würde die Umschichtung aller Kredite von 1% auf 5% den gesamten Umsatz auffressen … keine schöne Sache.

Mögliche Lösungen: Reduktion der Schuldenquote, Einsparen von Dividenden oder Erhöhung der Mieten. Daraus ergeben sich Folge-Probleme 2,3,4,… 2) Mieten können nur begrenzt angehoben werden und skalieren nicht annähernd so schnell wie die Zinsen, 3) Verkauf von Immobilien in großem Stile ist auch nicht möglich, da auch die Käuferseite durch die hohen Zinsen ausgetrocknet ist und es dem Markt an Käufern fehlt, 3) gestrichene Dividenden führen zu Abverkäufen und machen Kapitalerhöhungen uninteressanter. Die Liste ließe sich noch fortsetzen Thema Wärmewende, Sanierung, etc… Alles in Allem nicht schön.

Jetzt zur Habenseite und den potentiellen Chancen in der Zukunft.
Habenseite: Die Nettoinventarwerte (NAV) sind höher als die Marktkapitalisierung, man bekommt quasi für jeden 1 Euro mehr als 1 Euro in Form von Anteilen an Immobilien zurück. Fälligkeiten für Zinsumschichtungen liegen erst in 3-5 Jahren, es gibt also Puffer für eine Abkühlung des Zins. Der Leitzins scheint langsam nahe des Maximums zu sein. Die Mieten sind solide. Im privaten Bereich besteht aufgrund des Wohnungsmangels keine Gefahr, dass es zu Leerstand kommt.

Die Chancen: Es ist sehr viel bereits eingepreist. Jede Andeutung einer Zinssenkung wäre als Entlastung zu sehen. Werden die Dividenden wieder in ursprünglicher Höhe eingesetzt könnte man mit Renditen im Bereich von 7-15% rechnen. Der Kurs muss nicht auf alte Hochs klettern um gute Gewinne abzuwerfen. Der Staat hat ein Interesse finanziell einzuspringen sollte ein Insolvenz aufgrund von Liquiditätsengpässen entstehen. Sollte genug Cash vorhanden sein bietet sich derzeit sogar die Möglichkeiten Anleihen vergünstigt zurückzukaufen.

Natürlich verbleiben Risiken. Ich sehe jedoch auf aktuellem Kursniveau mehr Chancen als Risiken. In meinen Augen ist die Zukunft eher golden als … ja was eigentlich? … düster?

Soweit meine Gedanken zu Immobilienaktien.