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Month: August 2023

Update zur Bestie:

Update zur Bestie:

Kleines Update zur Bestie Nvidia: Trotz des weiter rasant steigenden Kurses bin ich – obwohl teilweise in einem Put OS investiert – quick lebendig. Auch für mich überraschend bin ich sogar netto im Plus. Die Idee war ursprünglich eher marktneutral zu sein. Die Kursgewinne der verbleibenden Nvidia Anteile überkompensieren die Verluste des Put OS, welcher aufgrund seines hohen Zeitwerts deutlich weniger volatil reagiert als erwartet.

Die Details: Vorletzte Woche gab es aktuelle Q-Zahlen und Nvidia konnte sowohl beim Umsatz (13Mrd USD IST vs. 11Mrd USD Estimate) als auch beim Gewinn die Markterwartung um fast 30% schlagen. Auf dem hohen Niveau ist das ein Paukenschlag und verdient Respekt. Auch der Forecast für das nächste Quartal bleibt extrem positiv. Kein Wunder, dass die Ralley weiter geht. Die Bestie wirft mit Geld nur so um sich!

Ich bleibe jedoch weiterhin skeptisch. Meine Einschätzung damals war, dass Nvidia kein Geschäftsmodell hat was sich gut (hyper-) skalieren lässt, siehe hier. Die schnelle Skalierung des Geschäfts ist für mich aber essentiell, damit auch die Gewinne in die aktuelle Bewertung hineinwachsen können. Warum sind die Zahlen jetzt trotzdem so gut? Lag ich mit meiner Annahme falsch? Ich würde hier selbstkritisch mit „Jaein“ antworten: Kapazitäten, Lieferwege, Rohmaterialien, Vorlaufzeiten all diese Aspekte bleiben limitierende Faktoren. Diese Annahmen haben bestand. Was ich nicht bedacht habe ist der Preis. Im Gegensatz zu den anderen Größen ist der Preis hyperskalierbar. In meiner kleinen Welt reguliert sich der Preis von alleine und ist nach oben begrenzt. Je höher der Preis desto geringer die Nachfrage. Theoretisch kann der Preis zwar gegen unendlich wandern, praktisch findet er aber schnell ein Maximum. Nvidia hat geschafft, was in meiner Überlegung gar nicht erst als Option auftaucht. Die H100 KI Chips werden zu Stückpreisen von 40.000$ US Dollar verkauft (https://www.gamestar.de/artikel/nvidias-neuer-ki-chip-ist-40000-usd-teuer-schneidet-in-3dmark-aber-unterirdisch-ab,3396125.html) bei geschätzen Margen von 60-90% (!). Zusätzlich gibt es derzeit Großbestellungen chinesischer IT Unternehmen, weil die Angst umgeht, dass es zu Exportverboten kommt (https://www.ft.com/content/9dfee156-4870-4ca4-b67d-bb5a285d855c). Die Kombination beider Effekte erklärt die hohen Gewinne.

Soweit zum IST Stand, jetzt der Ausblick: Nach meiner Einschätzung beruhen die derzeitigen Gewinne auf den hohen Margen + Sonderkonjunktur durch die China ITs. Sind die Gewinne nachhaltig? Aus meiner Sicht nein. Sobald es dem ersten Konkurrenten gelingt Chips ähnlicher Performance zu liefern werden die Preise drastisch fallen. Auch die Hamsterkäufe aus China werte ich als Einmaleffekt. Ein Produktions Ramp-up wird Marge und Umsatz nicht auf dem hohen Niveau halten können. Ich bleibe bärisch und tendiere zu short. Bis die Ralley abflacht bleibe ich jedoch an der Seitenlinie.

Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung oder -empfehlung.

Zusätzlicher Cashflow durch Dividendenzahler

Zusätzlicher Cashflow durch Dividendenzahler

Die bisher geposteten Beiträge suggerieren möglicherweise, dass ich hochspekulativ unterwegs bin. Die Realität ist jedoch viel langweiliger. Der überwiegende Teil meines Depots besteht aus Blue Chips oder ETFs. Ein nicht unerheblicher Teil davon sind Dividendenaktien, welche mir auch ohne aktive Verkäufe einen gewissen unterjährigen Cash-Flow generieren.

Das die eher spekulativen Trades (z.B. Paypal Call, Nvidia Put) hier im Blog dominieren hat primär damit zu tun, dass ich selten Zeit finde zu bloggen und wenn ich dann mal Zeit finde, schreibe ich eher über Themen, die mich zu dem Zeitpunkt umtreiben und welche auch bei mir noch ein Kribbeln verursachen. Sowohl bei Paypal als auch bei Nvidia stelle ich mich ja aktiv gegen die Marktmeinung aus der festen persönlichen Überzeugung heraus, dass die aktuelle Bewertung falsch ist. Und wochenlang gegen den Markt zu wetten ist schon ne kribbelige Sache.

Um das Bild ein wenig zu entzerren und ein bisschen mehr Ausgewogenheit ins Blog zu bekommen, wollte ich heute über zwei eher unspektakuläre Zukäufe aus dem letzten Monat berichten.

Kauf 1 (Total Energies): Total Energies ist ein bekanntes und weltweit operierendes Ölunternehmen aus Frankreich. Gründe für den Kauf: Wenn man auf den aktuellen Kurspreis von ca. 56-58€ schaut, dann ist der Einstiegspunkt nicht optimal. In den letzte Jahren gab es deutlich bessere Möglichkeiten. Ich habe dennoch gekauft, weil das KGV mit 6,5 weiterhin sehr niedrig bewertet ist. Buchwert liegt bei knapp 1,1 und das Unternehmen zahlt 1/4-Jährig eine Dividende von ca 5,2%. So widersprüchlich es klingen mag: Totalenergies strebt an einer der 5 größten Lieferanten von erneuerbaren Energien zu werden. Natürlich kostet eine derartige Transformation viel Geld. Was man aber nicht unterschätzen sollte ist die Tatsache, dass die kostspielige Exploration und Erschließung neuer Gas- und Ölfelder auslaufen kann, die bestehenden Felder aber immer noch soliden Cashflow liefern. Die Schulden mit 18mrd wirken im ersten Moment relativ hoch, dem Gegenüber steht aber ein Umsatz von 220mrd und ca. 20Mrd Gewinn (Quelle Marketscreener).

Kauf 2 (DWS Group):

Die DWS Group ist ein der Deutschen Bank zugehöriger Investmentverwalter. Die Kursentwicklung der letzten Jahre lässt sich mit einer seitwärts Bewegung mit geringer Volatilität beschreiben. KBV von 0,8 und ein KGV von 9. Marktwert von 6,3Mrd bei 2,6Mrd. Cash. Rendite bei aktuellem Kurs ca. 6,5% UND potentielle Sonderdividende in 2024 (https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/dws-group-bald-15-prozent-dividendenrendite-20337160.html)

Beide Invests sind keine Kursraketen. Die Käufe zielen mehr darauf ab mir gute Dividenrenditen und einen unterjährigen Cashflow zu sichern.

Update: Fehlstart bei Paypal mit anschließender Explosion der Trägerrakete

Update: Fehlstart bei Paypal mit anschließender Explosion der Trägerrakete

Es ist wie verhext! Zum dritten Mal in Folge bin ich bei der Paypal Aktie der ideale Kontraindikator. 3 von 3 ist schon eine Hausnummer. Die Paypal Aktie und ich werden einfach nicht warm. -10% auf Tagesbasis nach Q2 Zahlen. (Fast) alle Gewinne der OS sind wieder verpufft. Und trotz dieser Umstände überlege ich die Position weiter auszubauen.

Einerseits: Never fight a trend. Andererseits: Wenn auch der letzte Optimist das Boot verlassen hat, dann ist der Tiefpunkt erreicht.

Zu den Details: Die Analystenprognosen wurden gerade so erreicht. Trotz der Erreichung der Erwartungen nahm die Anzahl aktiver Accounts ab. Transaktionen pro Account sowie Umsatz pro Account gingen hingegen rauf. Die Befürchtung der Marktteilnehmer scheint zu sein, dass die Nutzerzahlen aka Trägerrakete aufgrund starker Konkurrenz wie Apple Pay gefährdet ist.

Aus meiner Alltagserfahrung heraus bleibe ich bullish. Ich nutze Paypal regelmässig und mit steigendem Umfang. Auch ich sehe eine reale Gefahr durch starke Konkurrenten wie Apple Pay. Dennoch finde ich, dass im jetzigen Kurs sehr viel Pessimismus bereits eingepreist ist.

PS: Ich habe meine Call Position (75$ LZ 12.2025) nach dem Q-Zahlen Dip weiter ausgebaut